Unser Hof

Der Gemassenhof gehört zu Tartsch, einer Fraktion der Gemeinde Mals im Vinschgau. Der Hof befindet sich auf der sogenannten Sonnenseite des Tales. Er ist der Höchstgelegenste von Tartsch und ist sieben Kilometer vom Dorfzentrum entfernt. Die Hoffläche erstreckt sich von 1.555m bis 1.680m Meereshöhe. Die Hofstelle selbst befindet sich auf 1.604 m Meereshöhe und liegt ungefähr in der Mitte der zu bewirtschaftenden Flächen.

Der Hof ist als „geschlossener Hof“ im Grundbuch eingetragen. Ein geschlossener Hof bedeutet, dass der Besitz gebunden ist und nicht verändert werden darf, außer die Höfekommission gibt ihre Bewilligung dazu.

Der Gemassenhof weist 70 Erschwernispunkte auf, welche sich aus der Flächenerschwernis (Höhe, Hangneigung) und der Betriebserschwernis (Entfernung zur nächst- gelegenen Ortschaft, Zufahrt) zusammensetzen.

Nahezu alle Dauerwiesen liegen rings um die Hofstelle. Die Gesamtfläche des Hofes be- trägt 10,4 Hektar. Mit dem ersten Schnitt wird meistens Mitte Juni begonnen, mit dem Zweiten, Mitte August. Wenn der zweite Schnitt eingebracht ist, werden die Rinder auf die Wiesen des Hofes zur Weide freigelassen. Bei günstigen Wetterverhältnissen blei- ben die Kälber oft bis Ende Oktober auf den Wiesen zum Weiden. Zum Hof gehört auch ein Hektar Wald.

Wir bewirtschaften unseren Hof seit jeher im Einklang mit der Natur. Daher haben wir im Januar 2018 mit der Biokontrollstelle »BIKO Tirol« ein Abkommen zur Beratung und Einhaltung der biologischen Richtlinien abgeschlossen.

Kurze Hofchronik

Der Hofname Gemassen stammt vermutlich aus dem Rätoromanischen. Die Namensgebung ist nicht genauer definiert. Rätoromanisch deshalb, weil in diesem Einzugsgebiet vor ca. 500 Jahren rätoromanisch gesprochen wurde und daher hier noch sehr viele Flur- und Feldnamen erhalten geblieben sind.

Wir vermuten, dass der Hof einst der Realteilung »zum Opfer gefallen« ist und bei der Weitergabe vom Erblasser in zwei ungefähr gleich große Teile geteilt wurde. Die zwei Hofteile Ober- und Unter-Gemassen wurden über Jahrzehnte hinweg separat verpachtet. Im Jahre 1926 erwarb Franz Telser mit seiner Familie einen Teil des Gemassenhofes, rund 30 Jahre später kaufte er die zweite Hälfte dazu.

Umbau des Bauernhofes und Bau von Ferienwohnugen

Ende der sechziger Jahre wurden ein neuer Kuhstall samt Scheune und Ferienwohnungen gebaut. Von dem Zeitpunkt an wurde »Urlaub auf dem Bauernhof« angeboten. Im Jahr 1986 übernahm Wolfgang zusammen mit seiner Frau Rita den Hof seiner Eltern. 1996 haben wir unser gesamtes Grundstück, was einer Länge von 1.800 Metern entspricht, mit einem Vinschgauer Lattenzaun eingefasst. Wolfgang hat das dafür benötigte Holz selbst geschlägert.

Sanierung der Ferienwohnungen und Bau der Hofkapelle

Das größte Vorhaben, nämlich ein neues Wohnhaus zu bauen, haben wir uns 2003 ins Auge gefasst und zwei Jahre später fertiggestellt. 2008 entschlossen wir uns, die Ferienwohnungen zu sanieren und umzubauen. Wir haben von ursprünglich vier auf drei Wohnungen reduziert, um so mehr Platz in jeder einzelnen Ferienwohnung zu schaffen.
Im Jahr 2016 haben wir mit dem Bau der Hofkapelle begonnen. Es war immer schon ein Herzenswunsch von Wolfgang eine Kapelle auf dem Hof zu errichten.

Übernahme des Hofes und weitere Sanierung

Seit April 2017 führen wir, Stefan und Veronika, den Gemassenhof weiter. Unser erstes Bauvorhaben seit der Hofübernahme war die Sanierung der Bäder in den Ferienwohnungen. Im Januar 2018 haben wir mit den Arbeiten begonnen und im Mai dieses Jahres konnten bereits die ersten Gäste wieder ihren Urlaub bei uns auf dem Hof verbringen.

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