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Nicht ohne die Bauern Wer den Blick schweifen lässt, dem werden überall in Südtirol Bauernhöfe auffallen. Kleine hoch in den Hängen, größere in den Tallagen, mit Stadeln, Weiden, Wiesen, mit Tieren, arbeitenden Menschen und ihren Gerätschaften. Oft hilft die ganze Familie am Hof...

Nicht ohne die Bauern

Wer den Blick schweifen lässt, dem werden überall in Südtirol Bauernhöfe auffallen. Kleine hoch in den Hängen, größere in den Tallagen, mit Stadeln, Weiden, Wiesen, mit Tieren, arbeitenden Menschen und ihren Gerätschaften. Oft hilft die ganze Familie am Hof mit. Der Tag der Bauern beginnt oft schon vor Sonnenaufgang, vor allem, wenn sie sich um die Tiere kümmern müssen. Die Landwirtschaft ist harte Arbeit – und alte Arbeit. Viele Bauernhäuser in Südtirol überdauern schon Jahrhunderte.

Spricht man in den ländlichen Regionen mit älteren Menschen, berichten sie, wie sich das Bild der Landschaft in den letzten Jahrzehnten verändert hat. Wald ist Kultur- und Wohnfläche gewichen, während die Bevölkerung gewachsen ist. Doch noch immer ist gut die Hälfte Südtirol Wald- und bewaldetes Gebiet. Gerade in den Tälern müssen hoch gelegene Höfe in den steilen Hängen unter schweren Bedingungen arbeiten. Trotzdem haben sich die Bauern im Land gehalten. Bis heute gibt es hier etwa 20.000 Bauernhöfe, die von Obst- und Viehbauern bewirtschaftet werden – auf eine Gesamtbevölkerung von 500.000 gerechnet eine stolze Zahl. 

Wie Tag und Nacht

Die landwirtschaftliche Vielfalt der Region ist beachtlich. Von großen Gehöften in der Talsohle bis zu kleinen Berghöfen in den Hängen reicht das Spektrum. Auf ausgedehnten Obstwiesen werden in Südtirol hauptsächlich Äpfel angebaut und in die ganze Welt exportiert. Ein anderes wichtiges Standbein sind Trauben – in zahlreichen Gütern wird Wein hergestellt. Aber auch Früchte wie Marillen, Kirschen, Beeren oder Kastanien gedeihen in weiten Teilen Südtirols.

Genauso verschiedenartig ist das Vieh, welches gehalten wird. Von der klassischen Kuh, die Milch und Fleisch liefert, über Esel, Schafe, Ziegen, Alpakas bis hin zu Hühnern und anderem Geflügel fühlen sich verschiedenste Arten in Südtirol wohl. Auch einzigartige Rassen wie etwa das Villnösser Brillenschaf oder der Haflinger stammen aus Südtiroler Zucht.

Auf der Basis althergebrachter Tradition passt sich die Viehwirtschaft den natürlichen Bedingungen an. Im Sinne der ganzheitlichen Verarbeitung werden dabei nicht nur das Fleisch, sondern auch Eier, Wolle, Leder und sogar die Federkiele nutzbar gemacht.  Wenige Höfe in Südtirol besitzen große Zahlen von Tieren – gehalten haben sich hier vor allem kleinere Herden, in denen noch jedes Tier einen Namen hat. Im Sommer werden sie auf die Almen gebracht, wo viele Bauern einen kleinen Hof und Weiden besitzen. Ziehen sie mit dem Vieh vor Wintereinbruch dann wieder talwärts, wird dieser Almabtrieb oft von großen Festlichkeiten begleitet. 

Der Lauf der Zeit

Aber die Zeit hat auch das Bild der Bauern verändert. Heute kann der Großteil allein von den Erträgen des Hofes nicht mehr leben. Das hat die Südtiroler Bauern erfinderisch gemacht: Viele bieten Urlaub auf dem Bauernhof an, wo das bäuerliche Leben hautnah miterlebt werden kann und täglich frische, hofeigene Produkte auf der Speisekarte stehen. Einen Treffpunkt sowohl für Einheimische als auch für Besucher hingegen bieten Buschenschänke, wo eingeschenkt und aufgetischt wird. Eine besonders urige Erfahrung ist das Törggelen in einer alten Bauernstube. Vom Feld und der Weide direkt auf den Teller – diese naturnahe und ursprüngliche Art des Essens weckt Erinnerungen.

Andere Bauern wiederum halten auch die Tradition im Handwerk am Leben. Das Schnitzen oder die Federkielstickerei sind nur zwei Beispiele, die sich letztlich wieder großer Beliebtheit erfreuen. Wer sich auf seine Geschichte besinnt, erweckt altes Gewerbe wieder zum Leben – und damit ein Stück Südtiroler Brauchtum. Die Tätigkeit der Bauern wird von der Südtiroler Marke Roter Hahn geschützt: Dieses Siegel vereint qualitative Produkte und Leistungen der Südtiroler Bauern.

Erleben lernen

Regionalität und Nachhaltigkeit sind die großen Schlagworte, die Südtirol vor sich herträgt – und zu denen die lokalen Bauern einen unverzichtbaren Beitrag leisten. Viele Supermärkte bieten Produkte aus der bäuerlichen Produktion an. Wer mit den Produzenten selbst in Kontakt treten will, findet auf den Bauernmärkten, die in vielen Dörfern wöchentlich stattfinden, ein breites Angebot von regionalen Qualitätsprodukten direkt bei den Bauern.

Weder aus dem Landschaftsbild noch der Gesellschaft sind die Bauern in Südtirol wegzudenken. Die Bewirtschaftung des Landes, der Ursprung Südtirols, hat die Menschen seit jeher geprägt – und bleibt auch weiter eine wichtige Konstante, die Geschichte und Brauchtum bewahrt und als Zeichen fungiert für die innige Verschränkung von Mensch und Natur. Ob erlesene Weine, schmackhaftes Fleisch, würziger Käse oder süße Früchte – die Südtiroler Bauern bieten auch Ihnen das ideale Produkt. Und wer sich ein bleibendes Souvenir zulegen möchte, der holt sich zum Beispiel mit einem federkielbestickten Portemonnaie, einem Paar Hausschuhe aus Wolle oder einer hölzernen Statuette ein Stück Südtirol nach Hause.